Was ist Thermografie und wie kann Sie nützlich sein?

Thermografie ist die bildhafte Darstellung von Wärmeverteilungen auf Oberflächen. Durch die Beheizung von Häusern tritt in der kalten Jahreszeit ein konstanter Wärmefluss vom Hausinnern nach außen auf. Der Wärmefluss ist im Bereich von Wärmebrücken stärker und die Oberflächen erwärmen sich mehr als an den anderen Stellen. Auf Thermogrammen werden diese farblich dargestellt.Baumängel / Wärmebrücken an Gebäuden werden so sichtbar!

Stiftung Warentest warnt: Abzocke mit Thermo­grafie-Aufnahmen (Heft 12/2013)

Warum Außen- und Innenthermografien?

Außenaufnahmen von Gebäuden sind sehr plakativ und werden auch oft in Fachzeitschriften als Blinkfang dargestellt. Die meisten thermischen Schwachstellen an Gebäuden können im Außenbereich oft gar nicht bzw. nur ungenügend erkannt werden. Dächer erscheinen z. B. bei Thermografien aufgrund der ungünstigen Aufnahmebedingungen kälter, als Sie in Wirklichkeit sind. Auch bei Problemen mit Schimmel und / oder der Taupunktunterschreitung an Außenwänden / Decken kann nur bei Innenthermografien erkannt und ausreichend untersucht werden. Gebäude mit einer hinterlüfteten Fassade (zweischaliges Mauerwerk) müssen zwangsläufig aus dem Innenbereich untersucht werden. Die Außenthermografie zeigt hier keinerlei Wärmebrücken und der Hausbesitzer wiegt sich in Sicherheit, obwohl das Gebäude gravierende bautechnische Mängel haben kann.

Werden nur Außenthermografien zu scheinbar günstigen Konditionen angeboten, ohne den Auftraggeber von den Nachteilen der unvollständigen Messung zu informieren, so ist dies unseriös und ein Zeichen von wenig Sachverstand. Solide Messungen erfordern ein fundiertes Fachwissen. Sogenannte Thermografieaktionen (nur Außenthermografien), beispielsweise von Baustoffhändlern, Industrie, Kommunen oder Energieversorgungsunternehmen liefern i.d.R. keine aussagekräftigen Erkenntnisse über die Gebäudequalität.